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Freitag, September 21, 2007

Elektroschockbehandlung

Telepolis hat in bereits mehreren Artikeln über ausgesprochen schicke, aber nichtsdestotrotz schmerzhafte "weniger tödliche" Waffen berichtet, mit denen sich in den USA jeder ausstatten kann. Die Reichweite dieser Waffen beträgt mehrere Meter und es kam bereits zu Todesfällen im Zusammenhang mit ihrem Einsatz. Gruselige Aussichten ...

Montag, Dezember 25, 2006

Wir kennen Ihre Geschichte


... beunruhigt Sie das? fragt die Freie Ärzteschaft (ich wusste bis heute nicht, dass es diesen Verband gibt) und ruft zur Aktion "Stoppt die e-card" auf.

Ich bin auf die Freie Ärzteschaft gestoßen, weil sie Angela Merkel aufgefordert hat, die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zu entlassen - das wird die Kanzlerin schwer beeindrucken.

Dienstag, Dezember 05, 2006

Killerspiel-Debatte

Heise macht sich dadurch verdient, dass es eine genaue Chronologie der Diskussion um das Verbot von "Killerspielen" vermittelt. In einem heute veröffentlichten Artikel geht es um eines Gesetzesvorschlag des bayerischen Innenministers zur Verschärfung des Strafgesetzbuchs - unter dem Artikel finden sich die Links auf sämtliche auf heise.de veröffentlichten Artikel zum Thema.

Interessant ist die vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages (ich wusste garnicht, dass es sowas gibt) vorgegebene Definition eines Killerspiels:

"Killerspiele sind solche Computerspiele, in denen das realitätsnah simulierte Töten von Menschen in der fiktiven Spielewelt wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung ist und der Erfolg des Spielers im Wesentlichen davon abhängt. Dabei sind auch die graphische Darstellung der Tötungshandlungen und die spielimmanenten Tötungsmotive zu berücksichtigen."

Dienstag, November 21, 2006

Spiel und Realität

Jetzt werden (wie schon so oft zuvor) wieder die Verbote von "Killer-Spielen" gefordert. Die Frage, wie realistisch die Umsetzung der Spiele gelingt, ist dabei müßig.

Nicht jeder Ego-Shooter-Spieler ist ein potenzieller Amokläufer, die Frage muss eher sein: Was macht der Spiele-Freak noch außer dem Daddeln am PC? Wie ist sein übriges Freizeitverhalten? Welche sozialen Bindungen hat er, woraus zieht er seine Bestätigung, welchen emotionalen Rückhalt hat er? Was (oder wer) vermittelt ihm "Bodenhaftung"? usw.

Die Chance, dass durch ein Verbot von Gewaltspielen diese tatsächlich von den Festplatten verschwinden, ist klein. Es geht nicht um die Spiele, sondern um die Vermittlung der Fähigkeit, zwischen einem Spiel (über dessen Sinnhaftigkeit natürlich gestritten werden kann) und der Realität zu unterscheiden. Und das ist dann ein gesellschaftliches und kein gesetzgeberisches Problem. Dann müsste man nämlich sonst auch Kriminalromane und -filme verbieten; jeder dort geschilderte Fall könnte ja Nachahmer finden ...

Mittwoch, November 08, 2006

Salonfähiges Gedankengut

Nach einer bedrückenden Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wünscht sich jeder vierte Bundesbürger eine einzige Partei, die die "Volksgemeinschaft" verkörpert.

Wie tagesschau.de berichtet, finde sich rechtsextremes Gedankengut quer durch alle Bevölkerungsschichten, Bundesländer, Generationen und bei Wählern aller Parteien. Das Problem werde noch größer, wenn man die mehr oder weniger unausgesprochene Zustimmung zu Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Antisemitismus betrachte, so die Wissenschaftler. In ganz Deutschland sehnten sich mehr als 15 Prozent der Befragten nach einem Führer mit starker Hand und fast 18 Prozent stimmen der Aussage zu: "Wie in der Natur sollte sich auch in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzen." Insbesondere der Ausländerfeindlichkeit sollte besonders intensiv begegnet werden, da sie als "Einstiegsdroge" in den Rechtsextremismus gelte. Die Studie habe zudem ergeben, dass auch "ein kalter Umgang in der Familie sowie eine depressive Grundstimmung und Ängstlichkeit nicht selten den Boden für rechtsextreme Einstellungen bereiten".

Daraus lässt sich ja schon fast ein psychotherapeutischer bzw. in weitestem Sinne seelsorgerlicher Auftrag ableiten.

Donnerstag, November 02, 2006

Monströse Datenverarbeitung

Wie heise heute berichtet, hat sich der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein Thilo Weichert mit deutlichen Worten gegen die morgen vom Bundesrat zu beratende Anti-Terror-Datei gewandt:

Es handele sich um ein "Gesetz, das kaum jemand verstehen kann", es erlaube eine "monströse Datenverarbeitung für eine unübersichtliche Menge von Sicherheitsbehörden, mit dem jeder, der aus irgendwelchen Gründen mit Terrorismus in Verbindung gebracht wird, bundesweit zum 'Outlaw' erklärt wird". [Zitat nach heise.de]

Schön, dass ein Fachmann so eloquent und fundiert das Unbehagen vieler in Worte fasst.

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Transatlantische Akteneinsicht

Wie Heise heute berichtet, dürfen US-amerikanische Fahnder zukünftig im Rahmen von Arbeitstreffen Einsicht in Unterlagen der europäischen Strafverfolgungsbehörde Eurojust nehmen. Mit dem Argument der effektiveren Terrorismusbekämpfung rechtfertigten Brüssel und Washington immer tiefere Eingriffe in die Privatsphäre von EU-Bürgern und den zunehmenden Abfluss persönlicher Informationen in die USA.
Auch ein Aspekt der Globalisierung (und einer, der mir Magengrimmen verursacht)

Dienstag, Oktober 17, 2006

Präventiver Fahrzeugsentzug

Hatte ich mich hier nicht schon über im Herbst auftauchende Sommerloch-Inhalte gewundert? Die im RA-Blog zitierte Meldung bekommt hier einen Ehrenplatz (und es erscheint mir auch völlig klar, dass sie nur über die Zeitung mit den großen Buchstaben verbreitet werden konnte):
Der innenpolitische Sprecher der Union, Wolfgang Bosbach, will eine Gesetzesinitiative zur Eindämmung von Sexualstraftaten starten, nach der Sexualstraftäter nach Verbüßung der Haftstrafe kein Auto mehr besitzen oder fahren dürfen. Die Begründung ist, dass die meisten Sexualstraftaten mit Hilfe eines Fahrzeugs vorbereitet oder begangen würden.

Angesichts der vielen Verkehrstoten könnte man mit der gleichen Argumentation weitaus schlüssiger den Autobesitz überhaupt untersagen: Denn es kommen nicht nur die meisten, sondern alle Verkehrstoten durch Kraftfahrzeuge ums Leben ...

Der RA-Blog kann sich die Feststellung nicht verkneifen, dass Bosbach nach seiner Karriere als Supermarktleiter mit 39 Jahren sein Jurastudium mit dem 2. juristischen Staatsexamen beendete und seit 1991 als Rechtsanwalt zugelassen ist. Eine mögliche Gesetzesinitiative aus meiner Sicht könnte also lauten, Supermarktleiter nicht mehr zum Jurastudium zuzulassen.